Mongejura – „Grand mit Vieren“ 1000m, 30 SL, UIAA 7+
06./07. August 2003, Paul Saß, Jürgen Höfer, Axel Grußer, Sebastian Wolf
Dieser Berg befindet sich in Norwegens Romsdal. Flußaufwärts etwa 16 km von Andalsnes entfernt. Die Südwestwand bietet 1000m Kletterei in Gneis mit größtenteils sehr guter Felsqualität. Zwar steht diese Wand etwas im Schatten der furchteinflößenden Trollwand, aber allein schon wegen der immensen Dimensionen sollte sie nicht vernachlässigt werden. Das Ambiente ist friedlicher und sonniger, als in der Trollwand, aber der norwegische Stil verlangt auch hier viel vom Aspiranten. Meist werden keinerlei Haken geschlagen, mit insgesamt etwa 40 Bohrhaken (inkl. Stände) wurde die von uns gekletterte Linie daher schon durchaus gut ausgestattet. Aber bei 31 Seillängen kommt man trotzdem noch in den Genuss, komplette Seillängen ohne Haken bewältigen zu müssen. „Grand mit Vieren“ verläuft mehr oder weniger vom tiefsten Punkt gerade zum Gipfel. Links daneben befindet sich der „Südpfeiler“ und von links nach rechts ansteigend verläuft die „Südwand“- Route. Die Route wurde an drei Tagen erkundet und teilweise mit Standhaken versehen und dann an zwei Tagen mit Biwak durchstiegen. Das Romsdal bietet Klettereien für viele Wochen, nachzuschlagen in folgendem Werk:

Von Oslo aus, die E6 benutzend über Lillehammer und Otta bis Dombas und weiter über die E9 ins Romsdal in Richtung Andalsnes. Unterkünfte siehe Reiseführer, wir haben allerdings vom Jedermannsrecht gebraucht gemacht und im Wald gelebt.
Zustieg:
Von den Häusern in Medalen gibt es nahe dem Friedhof einen Pfad, der von der Straße in einer knappen halben Stunde zum Wandfuß führt. Könnte auch eine Viertelstunde sein.
Routenbeschreibung:
Einstieg am tiefsten Felspunkt in der Südseite. Es führen 2 Seillängen über leichtes Gelände zu einer etwas steileren Platte, über die es in 2 weiteren Seillängen zu einer Wulst geht. Diese bei einer Verschneidung überwinden und schwerere Plattenkletterei links haltend zu einer Verschneidung, die über den nächsten Überhang führt (7.SL). Es folgen 2 Seilängen in gängiger Verschneidung/ Rinne und anschließend schrofiges, leichtes Gelände (4 SL) zum Mittagsband. Hier gilt es sich einige Riegel hinter die Kiemen zu schieben, denn der Platz ist nett und bietet sogar etwas Wiese. Es folgen 3 Seillängen Rampen- und Verschneidungskletterei, die zu einer schwereren Verschneidung führen. Diese hinauf und das folgende Dach rechts auf einer Platte umgehend (norwegisch 7-). Man passiert dann eine Art Höhle und erreicht das Biwakband. Vom Tale aus sieht der Platz perfekt aus, vor Ort gibt es dann aber nur wenig waagerechtes Terrain. Am besten direkt zwischen Felsen und Buschwerk verkeilen, so liegt man ganz passabel. Vermutlich ist hier der günstigste Biwakplatz der ganzen Wand. Die 21.SL (nor. 5) leitet über Verschneidungskletterei zur Schlüsselseillänge (Verschneidung mit abschließendem Überhang, 7, keine Haken). Danach geht es schräg nach rechts in flacheres Gelände und man erreicht eine Verschneidung mit sehr markantem, rhombusförmigen Dach (von der Straße aus gut sichtbar). Dieses Dach wird rechts in der benachbarten Verschneidung in hervorragender Kletterei umgangen. Nach einer leichteren Seillänge (28.SL) folgen steilere (leicht überhängend und ausgesetzt) Wandpassagen, die sehr festen, griffigen Fels bieten, aber wenig gute Sicherungsmöglichkeiten (29./30.SL). Die letzte Seillänge führt in leichter Kletterei zum Ausstieg und nach weiteren 100Hm erreicht man den Gipfel. Abstieg nach Osten zum Mongevatnet (See). Ab hier rote Markierungen bis ins Tal.
Ausrüstung:
Die Seillängen sind nie länger als 50m, daher genügen 50m Seile. An den meisten Standplätzen befindet sich 1 Bohrhaken. Unbedingt an den Ständen für zusätzliche Absicherung sorgen! Ansonsten Keile und Friends in allen Größen mitnehmen, dazu Bandschlingen. Schlaghaken haben wir nicht verwendet. Fürs Biwak entsprechende Ausrüstung mitnehmen, vor allem Wasser nicht vergessen.


der Routenverlauf