Pik Becherovka (4905m) „Nordwestgrat“, 1100m, AD+, bis 55°/60°, leichter Fels




17. August 2002, Paul Saß, Sebastian Wolf, Markus Kautz, Axel Grußer

Überblick:
Dieser Gipfel befindet sich auf der südlichen Seite des südlichen Enilchekgletschers. Westlich vom Pobjeda- Khan Tengri- Basislager. Vom Basislager aus gesehen ist es der erste Gipfel in der dritten Kette. In der ersten Kette steht der Pik Dikki, in der zweiten Kette der Pik Pesni Abaja und in der dritten Kette führt der markante Grat des Pik Becherovka hinab zum Enilchekgletscher.
Wie all die anderen Gipfel dieser Region, mit Höhen unter 6000m findet auch dieser hier nahezu keine Beachtung. Aus diesem Grund sind wir 2002 wahrscheinlich die ersten auf dem Gipfel gewesen und noch wahrscheinlicher erfolgte die erste Begehung über den Nordwestgrat. Wir konnten keinerlei Informationen über mögliche frühere Besteigungen ausfindig machen.
Wie auch immer, der Nordwestgrat bietet einen großartigen Aufstieg, entlang einer fantastischen Linie, direkt vom Enilchekgletscher bis zum Gipfel. Vom Pobjeda- Khan Tengri- Basislager ist er auch gut erreichbar. Die beschriebene Route stellt wahrscheinlich nicht den leichtesten Aufstieg dar, da das Gelände vom Proletarsky- bzw. Komsomolezgletscher aus flacher und einfacher aussieht.
Der Name wurde durch uns vergeben.

Für weitere Informationen zum Gebiet, bzw. zu unserer Kartierungsexpedition 2002 liegt ein Expeditionsbericht vor: (siehe unten)


Zugang:
Vom Basislager benötigt man einen vollen Tag, um den Fuß des Berges zu erreichen. Man geht den teils bösartig geröllbepackten Gletscher abwärts. Die beste Linie muss man dabei selbst finden. Zwar bewegt man sich größtenteils eben dahin, aber ein ständiges Auf und Ab über Moränenkämme macht das Gehen anstrengend.

Camp:
Man sollte versuchen, einen Platz am südlichen Ufer des Enilchekgletschers zu finden, um bei Dunkelheit möglichst ohne großartige Sucherei im Moränengelände den Einstieg zu finden. Nach Möglichkeit platziert man das Zelt nahe einem Wasserlauf. Das Geröll bietet wenige sehr gute Plätze, aber mit etwas Bauerei bekommt man einen guten Untergrund.

Routenbeschreibung:
Vom Camp gilt es zunächst, den tiefsten Punkt eines Gletscherarms zu erreichen. Am besten gelingt das von links, indem man Schotterhänge durchquert.
Man steigt nun links des steilen Gletscherarms. Einen Serac lässt man rechts liegen und kommt damit an die Begrenzung zum Fels. Je nach Verhältnissen klettert man steileres Eis und kurze Mixedpassagen. Danach fanden wir 55° Eis mit dünner Schneeauflage, bis sich die Neigung zurücklegt und man eine Art Plateau erreicht.
Es folgt eine Mischung von steilen und flacheren Abschnitten, die man mehr, oder weniger links des Grates zurücklegt. Wir fanden sehr tiefen Schnee, so dass es zum Teil ein Bergaufschwimmen bei 55° Neigung war. Man erreicht dann eine Schulter mit einigen Felsen. Hier wurde der Schnee fest und bedeutend leichter zu gehen, zudem auch deutlich flacher, als unterhalb. Der letzte Teil ist ein überwächteter, aber leichter Grat, den man auf der rechten Seite geht.
Für den Abstieg, verfolgt man den Aufstiegsweg bis zum beschriebenen Plateau. Bei aufgeweichten Hängen und möglicher Lawinengefar folgt man nun weiter der natürlichen Gratlinie (linkshaltend, west). Man muss nun leichten, aber sehr brüchigen Fels absteigen, evtl. heikel! Später findet man Schotter- und Sandhänge, die unproblematisch hinab zum Hauptgletscher führen.


Ausrüstung:
Wir benötigten weder Haken, noch Eisschrauben, oder Firnanker, aber findet man schlechtere Bedingungen, kann es schnell nützlich sein, einiges dabei zu haben. Nicht vergessen sollte man den Fotoapparat, den man hat fantastische Ausblicke auf- und abwärts entlang des gewaltigen Enilchekgletschers in eine der schönsten Gebirgsregionen der Erde!

der Routenverlauf


"vollständiger Expeditionsbericht zum ansehen & download"


"complete report, also as download available"